17.06.2024
Presseinformation
Zusammen gegen den Hass
Intendantin Sonja Anders stellt ihren letzten Spielplan in Hannover vor
Sehr geehrte Damen und Herren,
Schauspiel-Intendantin Sonja Anders und ihre leitende Dramaturgin Nora Khuon stellten heute das Programm für die kommende Spielzeit vor. Es ist die sechste und letzte Spielzeit unter ihrer Leitung. Für Hannover sind in 2024/25 insgesamt 19 Neuproduktionen geplant, darunter neun Erst- und Uraufführungen. Sechs Inszenierungen richten sich besonders an junges Publikum.
 
„Unsere Welt scheint zu kippen: das Klima, ganze Demokratien, Gesellschaften, Ideen und die Hoffnung sind in Gefahr. Auf Profit und Macht bedachte Kräfte greifen mit Kalkül demokratische Strukturen an. Sie attackieren Vielfalt, Gleichheit und Freiheit – auch hier in Europa,“ so Sonja Anders in ihrem Vorwort zum Spielzeitheft. Auf Initiative des Schauspiel Hannover hatten sich in diesem Sinne zuletzt viele Kultureinrichtungen in Hannover unter dem Motto „Zusammen gegen den Hass – Gemeinsam für Demokratie“ zusammengeschlossen. „Das Theater behandelt seit jeher Macht und Gewalt. Deshalb findet sich auch unsere unruhige Gegenwart voll untergehender Systeme, aufkommender Ideen und unwahrscheinlicher Allianzen im Spielplan wieder,“ führt Sonja Anders weiter aus. Im Zentrum steht der Mensch als soziales Wesen sowie seine Hoffnung auf Gelingen und ein gerechtes Miteinander.
 
ERÖFFNUNG
Mit Shakespeares König Lear eröffnet Regisseur Stefan Kimmig am 07.09.2024 die Saison im Schauspielhaus. Die Tragödie behandelt einen Konflikt um Herrschaft und Liebe zwischen den Generationen. Um Machtausübung und das staatliche Gewaltmonopol geht es in dem dokumentarischen Projekt Hier spricht die Polizei, welches in Koproduktion mit werkgruppe2 und den Ruhrfestspielen in Recklinghausen entsteht und am 13.09. das Programm im Ballhof eröffnen wird. Zudem kehrt der Publikumsliebling Biedermann und die Brandstifter am 06.09. als Wiederaufnahme im Hoftheater zurück.
 
MACHT, ZERSTÖRUNG, AUFBRUCH
Elfriede Jelineks neues Stück Asche handelt vom ausbeuterischen Verhältnis des Menschen zur Erde. Regisseurin Lilja Rupprecht wird sich in ihrer Inszenierung mit dieser scheinbaren Ausweglosigkeit beschäftigen (Premiere 17.01. im Schauspielhaus). Jessica Weisskirchen bringt Herman Melvilles Roman Moby Dick auf die Bühne des Ballhof Zwei (24.01.), der die existenziellen Fragen des Menschseins und den epischen Kampf zwischen Gut und Böse verhandelt. Um Systeme der Macht geht es in Animal Farm. Emre Akal adaptiert George Orwells berühmten Bestseller für die Gegenwart und beleuchtet die Grundpfeiler politischer Systeme (Premiere 07.12. im Ballhof Eins).
 
SYSTEMUMBRUCH
Mit Und alle so still setzt Regisseurin Jorinde Dröse nach Die Wut, die bleibt ihre Zusammenarbeit mit der Autorin Mareike Fallwickl fort, die in ihrem dystopisch-utopischen Roman den Beginn einer Revolte beschreibt, bei der Frauen nicht mehr das tun, was sie vermeintlich immer getan haben – sich kümmern (Uraufführung 16.02. im Schauspielhaus). Die Walküren, die Töchter des Gottes Wotan, analysieren und beurteilen, was sich auf dieser Erde tummelt – und es tummelt sich viel. Marie Bues wird Caren Jeß’ humorvollen Angriff auf den deutschen Mythos inszenieren (Premiere 08.03. im Schauspielhaus).
 
PRINZIP HOFFNUNG
In Archiv der Sehnsüchte porträtieren Regisseur Hakan Savaş Mican und der Hannoveraner Autor Deniz Utlu nicht nur das Lebensgefühl einer suchenden und zornigen Generation, sondern werfen einen Blick auf unterschiedliche Dekaden deutsch-türkischer Arbeitsmigration (Uraufführung am 18.10. im Schauspielhaus). Mit Mama Odessa bringt Alice Buddeberg den neuesten Roman von Maxim Biller zur Uraufführung – eine vielschichtige jüdische Familiengeschichte des 20. Jahrhunderts voller Geheimnisse, Rivalität und Literatur, in deren Zentrum die Beziehung von Mutter und Sohn steht (Uraufführung 26.10. im Ballhof Eins). Regisseur Stefan Pucher kehrt zurück nach Hannover und nimmt sich Gerhart Hauptmanns Vor Sonnenaufgang in einer Überschreibung von Ewald Palmetshofer an, in der die Unversöhnlichkeit unterschiedlicher ideologischer Positionen innerhalb familiärer Konstellationen Thema ist (Premiere 13.12. im Schauspielhaus).
 
JUNGE STÜCKE
Sechs Inszenierungen, darunter ein neues Klassenzimmerstück, richten sich besonders an junges Publikum. Auf der großen Bühne ist das Familienstück Momo nach Michael Ende zu erleben, es erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens, das den Menschen die gestohlene Zeit zurückbringt. Florian Fiedler inszenierter diese Feier des Augenblicks und der Empathie für Kinder ab 6 Jahren (Premiere 10.11. im Schauspielhaus). Das kunstseidene Mädchen zählt zu den Klassikern der Moderne – die Regisseurin Luise Voigt wird in ihrer ersten Inszenierung am Schauspiel Hannover das Glitzern der Großstadt für junges Publikum bildgewaltig auf die Bühne bringen (Premiere 21.09. im Schauspielhaus).
 
JUNGE REGIE
Junge Künstler:innen erhalten nächste Spielzeit Gelegenheit, ihren Blick auf die Welt zu inszenieren: Mit Betonklotz 2000 bringt Goldie Röll einen Text über das Hannoversche Ihme-Zentrum auf die Bühne, ein Gebäude, das mehr ist als das größte zusammenhängende Betonfundament Europas. Unter Wasser erzählt über die Einsamkeit des Erwachsenwerdens, die Sehnsucht nach Geborgenheit und die Machtlosigkeit des Einzelnen im Internet (Regie: Alisa Guberman). Das Klassenzimmerstück Die Vertretungsstunde (Über)Leben verhandelt in einer Schein-Vertretungsstunde Anpassungszwänge und die Unsichtbarmachung junger Menschen (Regie: Karim Gamil).
 
UNIVERSEN
Die Universen gehen auch in der sechsten Spielzeit weiter und bieten über die gesamte Spielzeit ein vielfältiges Programm aus Performances, Lesungen, Workshops, Partys und Stadtrundgängen sowie eigene Formate wie die Literaturreihe Poetic Justice von Necati Öziri oder Magic Meyer’s Late Night Show von Verena Meyer.
 
WIR MÜSSEN REDEN
Auf der Bühne des Schauspielhauses heißt es das zweite Jahr in Folge: Wir müssen reden. Sascha Chaimowicz traf als Gastgeber an bisher sechs Sonntagen unterschiedliche Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kultur zur Diskussion über die Fragen unserer Zeit. Auch in der kommenden Spielzeit begrüßt der Chefredakteur des ZEITmagazins prominente Gesprächspartner:innen und redet mit ihnen nicht nur über Demokratie, sondern auch über den Umgang miteinander und vieles mehr. An fünf Sonntagen wird zunächst auf der Bühne diskutiert, bevor die Debatte im Foyer bei einer Suppe mit dem Publikum fortgesetzt wird.
 
Zum Beginn der Spielzeit öffnet das Schauspielhaus wieder seine Türen beim Hoffest, welches am 24.09. gemeinsam mit dem Künstlerhaus im begangen wird – mit einem bunten Programm für die ganze Familie.
 
Hier finden Sie eine Übersicht aller Premieren der Spielzeit 2024/25.
 
Hier können Sie sich zudem das Spielzeitheft als PDF-Dokument herunterladen.
 
Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne einen Audiomitschnitt des heutigen Pressegesprächs zur Verfügung. Bildmaterial können Sie am Ende dieser Mail herunterladen. Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nils Wendtland und Larissa Lammers
Pressekontakt
Nils Wendtland und Larissa Lammers
Tel +49 511 9999 2080 / 2084
kommunikation@staatstheater-hannover.de
 
Sonja Anders und Nora Khuon vor dem Pressegespräch am 18.04.2024
Foto: Moritz Küstner
Honorarfreie Nutzung im Rahmen der Berichterstattung
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Schauspiel Hannover
Prinzenstraße 9, 30159 Hannover
 
Niedersächsische Staatstheater Hannover GmbH
Opernplatz 1, 30159 Hannover
 
Geschäftsführung: Sonja Anders, Laura Berman, Jürgen Braasch
 
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(Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur)
 
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